Geschichte

Geschichte

 

Vor 100 Jahren wurde im Kaiserreich Österreich ein Gesetz erlassen, das besagte, dass jede Ortschaft mit mehr als 30 Wohnhäusern eine Feuerwehr haben muss. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Jenesien noch keine Feuerwehr. Im Brandfall half jeder tatkräftig mit, jedoch war dies nur mit dem Versuch der Schadensbegrenzung gleich zu setzen. Es fehlte jedoch an Geräten, an Erfahrung und vor allem an Organisation. Die Kirchenglocken läuteten um die Bewohner auf eine Gefahr hinzuweisen. Die Stimmen nach einer Feuerwehr wurden immer lauter. Im Jahre 1905 war es dann soweit. Zahlreiche Männer aus dem Dorf taten sich zusammen und bildeten die 1. Feuerwehr von Jenesien. Dies war im November 1905. Der erste Hauptmann der neu gegründeten Wehr war Josef Oberkofler, Kreuzweger. Die neu ins Leben gerufene Feuerwehr wurde in mehrere Abteilungen gegliedert. Es gab die Steigerabteilung, die Spritzenabteilung, die Schlauchabteilung, die Schutzabteilung und die Sanitätsabteilung. Der Abteilungen stand jeweils ein Verantwortlicher vor. Es wurde natürlich auch an den Bau einer Gerätehalle gedacht. 1906 wurde der Bau beschlossen. Jeder im Dorf war begeistert von der Feuerwehr und der Andrang war sehr groß. 1909 wurde der neue Hauptmann gewählt. Es war dies Josef Plattner, Thurner. Dann begann der erste Weltkrieg. Die wehrpflichtigen Männer mussten an die Front. Schon bald waren die ersten Opfer zu beklagen. Hauptmann Josef Plattner und einige Andere kehrten nicht mehr zurück. Johann Höller übernahm die Führung der jungen Feuerwehr. Das war im Jahr 1918. Als 1919 der Krieg zu Ende war, musste man fast einen Neubeginn starten. Viele junge Feuerwehrleute waren im Krieg umgekommen. Die Neuwahlen brachten den Wieterersohn Johann Plattner an die Spitze der Feuerwehr. Im Jahr 1922 wurde zum ersten Mal der "Feuerwehrhornist" eingesetzt, das war derjenige der durch Signalblasen auf dem Dorfplatz zum schnellen Einsatz rief.

 

Die beiden Spritzen der Feuerwehr wurden damals von Pferden gezogen. Die Feuerwehr hielt damals 4 Übungen im Jahr ab: zwei im Mai und zwei im Oktober. Die meisten Einsätze waren Kaminbrände oder kleinere Waldbrände. Allerdings gab es auch große Brände. So zum Beispiel brannte im Oktober 1924 der Durcherhof nieder. Drei Jahre später brannte der Freihof bis auf die Grundmauern nieder.

1925 wurde mit amtlichen Beschluss die Feuerwehr aufgelöst. Damit erlitt sie das gleiche Schicksal wie die anderen Wehren im Lande. Kurze Zeit später wurde vom Podestà eine Gemeindefeuerwehr ins Leben gerufen. Die Mitglieder waren alles ehemalige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Jenesien. Der damalige Kommandant war Karl Plankl. Er war im Amt von 1926 bis 1932. Im Jahr 1930 wurde dann die Feuerwehrfahne angekauft und im August 1930 eingeweiht. Auf den Kommandanten Karl Plankl folgte 1932 Alois Gamper.

Von großen Einsätzen wurde die Feuerwehr nie verschont. Im Jahre 1935 brannte abends das Keldererhaus. Das Erdgeschoss und der 1. Stock konnten gerettet werden. Im Jahre 1938 mussten Waldbrände in Glaning und im Enderbach unter Kontrolle gebracht werden. Das Wohnhaus des Obertrifaller-Hofes wurde ein Raub der Flammen.

Während der Kriegsjahre schweigt die Chronik. Das Jahr 1946 war ein sehr wichtiges Jahr für die Feuerwehr Jenesien. Zum Ersten wurde der Kommandant Alois Gamper in seinem Amt bestätigt, zum Zweiten bekam die Feuerwehr eine neue Motorspritze. Im Jahre 1949 wurde ein neuer Kommandant gewählt, da Alois Gamper aus zeitlichen Gründen dieses Amt nicht mehr ausüben konnte. Bei den anschließenden Wahlen wurde Martin Gasser das ehrenvolle Amt zuteil. Er stand der Wehr von 1949 bis 1961 vor. Auch die Gruppeneinteilung wurde im Jahr 1949 neu eingeteilt. Zu Beginn der Fünfziger Jahre bekam die Feuerwehr auch eine eigene Sirene. Die Alarmierung konnte nun rascher und professioneller erfolgen. Da in den Sommermonaten das Wasser oft knapp wurde, baute man ein Wasserreservoir. Die acht Hydranten konnten im Ernstfall aus diesem Reservoir Wasser beziehen.

Der Ankauf einer neuen Motorpumpe, eines Jeeps und der Bau der neuen Gerätehalle wurde realisiert. Auch Funkgeräte und ein Lichtaggregat wurden angekauft. Die Geräte wurden in den darauffolgenden Jahren immer wieder auf dem neuesten Stand gebracht. Im Jahr 1961 wurde Josef Gamper zum neuen Kommandanten der Feuerwehr gewählt. Er blieb 29 Jahre im Amt. Umsichtig leitete er Proben und Einsätze. Die Feuerwehr wurde unter seiner Leitung stets weitergebildet und erreichte so einen guten Ausbildungsstand und auch die technische Ausrüstung wurde immer wieder erneuert. In den achziger Jahren wurde eine Jugendgruppe gebildet. Da die Ausbildung von Jungfeuerwehrmännern schon immer ein Anliegen der Feuerwehr war, kam dieser Schritt gerade recht. Man nahm an Wettkämpfen teil und machte wöchentlich Proben. Bei den Vergleichskämpfen kam es darauf an den Ausbildungsgrad unter Beweis zu stellen. Auch eine Wettkampfgruppe wurde gegründet. Diese Gruppe nahm ebenfalls an Wettkämpfen teil und erreichte stets sehr gute Ergebnisse. Die Jugendgruppe und die Wettkampfgruppe sind auch heute noch aktiv bei der Feuerwehr Jenesien.

Bereits im Jahre 1978 knüpfte man Kontakte zur Feuerwehr Burgberg im Schwarzwald. Nach mehreren Treffen führte diese Freundschaft dann 1982 zu einer Partnerschaft, die bis zum heutigen Tag aufrecht erhalten wurde. Im Jahr 1990 wurde nach 29jähriger Kommandantschaft von Josef Gamper eine neue Führung gewählt. Kurt Pircher erhielt das Vertrauen der Wehrmänner. Als wichtigstes Ziel setzte sich der neue Kommandant den Bau des Gerätehauses.

Das alte Gerätehaus entsprach in keiner Weise den Anforderungen der damaligen Zeit. Der Fuhrpark war inzwischen auf 6 Fahrzeuge angestiegen, die in mehreren Orten untergebracht waren. Nennenswerte Einsätze aus dieser Zeit waren der Absturz eines Segelflugzeugs, ein umgekippter Bagger und mehrere Verkehrsunfälle auf der neuen Jenesier Landesstraße. Auch Bereitschaftsdienste an Sonn- und Feiertagen wurden eingeführt. Der Bau der neuen Gerätehalle wurde im Jahr 1992 dann konkret. In einer Bauzeit von knapp 3 Jahren wurde das neue Gerätehaus fertiggestellt. Die Feuerwehr Jenesien wurde nicht mehr so oft zu Brandeinsätzen gerufen, sondern immer mehr zu technischen Einsätzen. Als im Jahr 1995 Neuwahlen anstanden, wurde Johann Zöggeler zum neuen Kommandant der Feuerwehr gewählt. Kurt Pircher stand nach nur einer Periode aus persönlichen Gründen für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Die Einweihung des neuen Gerätehauses im Jahre 1996 war eine große Erleichterung für die gesamte Mannschaft. Endlich hatte man ein Heim, das den Ansprüchen voll und ganz gerecht wurde. Abordnungen aus Nah und Fern waren zu diesem erfreulichen Ereignis gekommen. Mit dem Ankauf der Personenrufempfänger konnte die Wehr nun schneller und vor allem ohne großes Aufsehen zu den Einsätzen gerufen werden. Die Fahrzeuge der Wehr mussten erneuert werden, da der Jeep und die Campagnola schon seit 30 Jahren und mehr im Einsatz standen. Es wurde ein neuer Jeep vom Typ Wrangler angekauft. Auch ein Mannschaftsfahrzeug des Typs Mercedes Sprinter konnte nach längerer Überlegung angekauft werden. Seit 1996 nimmt die Wehr auch am Schupfenfest auf dem Salten teil, das für die Finanzierung von Fahrzeugen und Geräten nicht mehr wegzudenken ist. Die verschiedensten Einsätze mussten bewältigt werden: Nennenswert ist auf jeden Fall die Suchaktion nach Frau Peer. Der Einsatz ging über einige Tage und wurde von den Feuerwehren des Gemeindegbietes Jenesien, vom Bergrettungsdienst, von der Hundestaffel, vom Weißen Kreuz und von den Carabinieri durchgeführt. Im Jahre 1998 sprach sich der Ausschuss der Feuerwehr Jenesien für den Ankauf eines neuen Tanklöschfahrzeuges aus. Nach reiflicher Überlegung bekam die Wehr aus Jenesien im Dezember 1999 das neue Tanklöschfahrzeug des Typs Mercedes Atego 1328.

 

Am 11. März 2000 wurde die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Jenesien abgehalten. Bei den Neuwahlen wurde Oswald Stanger zum neuen Kommandanten der Wehr gewählt. Im Frühjahr 2000 wurde das neue TLF 1328 eingeweiht. Der Fuhrpark der Feuerwehr Jenesien war nun auf dem neuesten Stand gebracht worden. Nun galt es den Ausbildungsstand, sowie die persönliche Ausrüstung anzugehen. Mit vielen Neuerungen in den letzten 5 Jahren wurde dieses Unternehmen angegangen: Der Probenplan wurde komplett neu überarbeitet, die Ausbildungsthemen wurden erweitert: Die Erste Hilfe Ausbildung wurde fester Bestandteil des Probenplanes, technische Übungen wurden realistisch und wahrheitsgetreu nachgestellt, die Proben wurden auf derzeit 36 aufgestockt, die Zusammenarbeit mit anderen Rettungsorganisationen wurde verbessert.

 

Lehrgangsbesuche an der neuen Feuerwehrschule in Vilpian wurden immer schon sehr ernst genommen von der Wehrmännern, jedoch erreichten sie nun einen neuen Höhepunkt. Die Mitglieder der Feuerwehr erkannten, dass Ausbildung sehr wichtig ist und im Ernstfall Leben retten kann. Die Mitglieder der Feuerwehr Jenesien sind heute auf einem sehr hohen Ausbildungsstandard angelangt und werden diesen immer weiter verbessern. Auch im Alarmierungssystem wurde einiges verändert. Der neue Pipserplan tat seine Wirkung: Bei den Einsätzen erschienen mehr Wehrmänner als mit dem vorherigen System. Vor allem aber kamen die Wehrmänner sehr schnell ins Gerätehaus. Die Feuerwehr Jenesien hat heute eine Ausfahrtszeit bei Einsätzen von ca. 2 Minuten; und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die größten Anstrengungen und Bemühungen wurden jedoch in der persönlichen Ausrüstung der Wehrmänner unternommen. In den Jahren 2000 bis 2002 wurden die Wehrmänner mit neuen Handschuhen, Stiefeln, Einsatzmäntel, Einsatzhelmen und Uniformen ausgerüstet. Heuer kamen noch die neuartigen HF-Schutzhosen dazu, die die persönliche Ausrüstung der Feuerwehrleute von Jenesien auf den neuesten Stand bringen. Schon bei so manchem Einsatz hat sich die neue Ausrüstung bewährt. Als in der Nacht zum 12. Februar 2003 das "Tschaufenhaus" brannte, herrschten 12 Minusgrade; ohne gute Ausrüstung hätte man diesen schwierigen Einsatz nicht durchführen können. Auch bei den starken Regenfällen im Herbst 2001 bewährte sich die neue Ausrüstung. Bei so manchem Vekehrsunfall erwies sich die Schutzausrüstung als enorme Sicherheitstufe. Aber auch bei kleineren Einsätzen ist die Sicherheit der Einsatzkräfte durch diese Ausrüstung immer gegeben.

Veranstaltungsmäßig unternimmt die Freiwillige Feuerwehr Jenesien auch einiges: Im Jahr 2000 und 2005 organisierten wir einen Vorbereitungsbewerb für Aktive und für Jugendgruppen (insgesamt 180 Starts). Alljährlich veranstalten wir unser Feuerwehrfest im August, das Landesfußballturnier im Juni und das große Schupfenfest auf dem Salten im September...